Installation Media Art

Autopoesie Apparatus

Verena Lercher
Verena Lercher
Verena Lercher

Der Zuschauer betritt einen Raum, der vier Lautsprecher auf Stativen und einen Thermodrucker für Kassenbelege – eingebaut in eine Konsole – ausstellt. Eine Künstliche Intelligenz (KI) inszeniert als AUTOPOESIE APPARATUS generiert Werbetexte im Schreib- bzw. Sprechstil von Rolf Dieter Brinkmann, die über vier Lautsprecher live übertragen und spatialisiert werden.

Die Lautsprecher, wie zu einem Dialog auf ein gemeinsames Zentrum gerichtet, wirken dabei wie Diskutanten – vier KIs sprechen miteinander. Durch unterschiedliche Sprechrhythmen und das klang-sprachliche Emotionsmoment kommt es zur einer Vermenschlichung der Apparate während digitales Material in eine unmittelbare analoge Erfahrbarkeit rück-übertragen wird. Das Nachdenken, Formulieren, Konkurrieren sowie Emotionszustände werden ausschließlich über den Klang erzeugt und so für das Publikum hörbar gemacht.

Von einer weiteren übergeordneten KI werden einzelne Texte ausgewählt und über einen Thermodrucker ebenfalls live niedergeschrieben. Der Druck auf Thermopapier ist jedoch nicht haltbar. Nach einer Zeit verblassen die ausgewählten Brinkmann-Gedichte bis hin zur vollkommenen Unkenntlichkeit des Geschriebenen. Die Dokumenten-Funktion löst sich auf, das mühsam Erzeugte und Archivierte muss wieder verschwinden. Neues, im Moment Erzeugtes wird diskutiert, folgt nach, um sich wieder zu entziehen.

Wird ein Gedicht ein Gedicht im Moment, da die KI eine Stil-Kopie versucht? Wird ein Gedicht ein Gedicht in dem Moment, da der Computer den Schreibvorgang beendet hat? Oder wird ein Gedicht ein Gedicht, in dem der User sich auf den KI-erzeugten Textzustand Gedicht einlässt?

Konzept: Verena Lercher
Spatialisierung: Gerriet K. Sharma
Programmierung: Georg Kettele, Verena Lercher